»Der Alltagsernährung wird häufig wenig Beachtung geschenkt«
Katrin Stücher

Damit Du Katrin Stücher bereits ein wenig kennenlernen kannst, stand sie uns zu einem kleinen Interview zur Verfügung.

 

Katrin, wie entstand denn Dein Interesse am Thema Sporternährung?
Da ich seit ich drei Jahre alt bin Sport treibe, gehört es einfach zu meinem Leben. Als ich später die Idee hatte Ernährungswissenschaften zu studieren, war für mich auch sofort klar, dass langfristig die Sporternährung mein Arbeitsschwerpunkt werden würde. Aus diesem Grund bin ich derzeit in den Endzügen meiner Doktorarbeit in der Sportwissenschaft, denn wer sich mit dem Thema Ernährung im Sport befasst, muss sowohl Expertise im Bereich der Ernährungwissenschaft aber auch der Sportwissenschaft besitzen.

 

Welchen Ansatz verfolgst Du im Rahmen Deiner Ernährungsberatung?
Mein Ansatz hat leider keinen besonderen Namen. Das liegt daran, dass jede Person individuell betrachtet und beraten werden muss. Wichtig ist hierbei, dass ich wissen muss, wie sieht der Alltag der Person aus und dann wird individuell ein Konzept für diese Person erarbeitet. Ganz wichtig und auch der Hauptaugenmerk liegt darauf, dass dieses Ernährungskonzept langfristig durchgeführt werden kann! Ich erarbeite also mit der jeweiligen Person ein für ihn/sie abgestimmtes individuelles Ernährungsverhalten. Basis ist jedoch eine vollwertige Ernährung, welche auf das Training, Job, Alltag etc. abgestimmt wird.

 

Lowcarb, Highcarb, Paleo oder Mahlzeitenersatz durch Shakes – gefühlt treffen gerade viele Ernährungsweisheiten im Ausdauersport aufeinander – ist die richtige Ernährung wirklich so kompliziert, wie es scheint?
Das kann ich ganz klar verneinen! Mein Leitspruch ist daher „Keep it simple!“ Leider gibt es in der Sporternährung enorm viele Mythen. Einige dieser Mythen können leider, neben der Tatsache, dass Sie häufig schwierig durchzuführen sind und damit nicht für jeden alltagstauglich sind, auch die Leistung mindern. Wer sich z.B. durchgehend Lowcarb ernährt, also kaum Kohlenhydrate zu sich nimmt, der mindert die Leistung bei intensiven Einheiten im Training und auch seine Wettkampfleistung.

 

Welchen Anteil hat Deiner Meinung nach die richtige Ernährung am sportlichen Erfolg eines Athleten?
Dies kann man nicht pauschal beantworten. Aber wie du schon zu Beginn selber gesagt hast, wenn du mit Magen-Darm Problemen während des Wettkampfes zu kämpfen hast, dann kann die Ernährung über Sieg und Niederlage entscheiden. Aber auch bei der Alltagsernährung können falsche Ernährungsgewohnheiten die Leistung im Training mindern und daraus resultierend die Trainingseffekte verschlechtern.

 

Lohnt sich eine Ernährungsanpassung nur für Profis oder auch für Hobbysportler?
Studien haben gezeigt, dass man ab einem Trainingsumfang von über 5 Stunden pro Woche eine Ernährungsanpassung vornehmen sollte. Ich denke damit ist klar, dass es sich auch für die meisten Hobbysportler in der Marathonvorbereitung lohnt die Ernährung anzupassen.

 

Auf welche Ernährungsfehler bei Ausdauersportlern triffst Du im Rahmen deiner Tätigkeit als Ernährungsberaterin regelmäßig?
Der Alltagsernährung wird häufig wenig Beachtung geschenkt, wodurch viele Läufer durch ihr hohes Trainingspensum schnell einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel bekommen. Außerdem treffe ich häufig auf einen fehlerhaften Umgang mit Kohlenhydraten oder auch das Essen vor und während Wettkämpfen ist bei vielen noch ausbaufähig.

 

Wadenkrämpfe, Magengrummeln – viele Athleten kennen diese Probleme im Wettkampf. Wie lange dauert es, bis man hier mit einer angepassten Ernährung gegensteuern kann?
Sollte keine Erkrankung Grund dieser Symptome sein, kann schon eine Veränderung des Essens und Trinkens vor und während dem nächsten Wettkampf das Problem beseitigen.

 

Auf welches Lebensmittel sollte Deiner Meinung nach kein Ausdauersportler verzichten?
Das ist schwierig zu sagen, denn alle Lebensmittel sind austauschbar, daher würde ich lieber von Lebensmittelgruppen sprechen. Und auch hier kann ich schlecht eine Lebensmittelgruppe nennen. Eigentlich ist das Wichtigste, dass man weiß, wann man was essen kann und wann man es besser nicht essen sollte. Als Beispiel im Alltag sind Gemüse und Vollkornprodukte unverzichtbar, im Wettkampf sollte man davon die Finger lassen.

 

Gibt es ein Lieblingsrezept, das du gern mit unseren Lesern teilen möchtest?
Da fällt mir spontan mein „Bananen-Brot“-Rezept ein. Denn das entstand dadurch, dass ich ausversehen den Zucker vergessen hatte. Da die Bananen aber gut gereift waren, hat der „Kuchen“ auch ohne zusätzlichen Zucker super lecker geschmeckt. Seit diesem Tag backe ich das Bananen-Brot immer ohne Zucker. Es ist ein super Pausensnack für lange Trainingstage, Wandertouren, kann aber auch als Frühstück vor einem Wettkampf genutzt werden..

 

Bananen-Brot:
Zutaten (für eine Kastenform): 250g Mehl, 2 TL Backpulver, 100g Butter, 4 reife zerdrückte Bananen, 2 Eier, wahlweise 2 TL Vanillezucker.

Mehl, Backpulver, Butter, zerdrückte Bananen, Eier (und Vanillezucker) zusammenmixen und in einer gefetteten Kastenform im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad etwa 75 Minuten backen.

Katrin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Als promovierte Sportwissenschaftlerin und studierte Ernährungswissenschaftlerin ist sie die ideale Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die richtige Ernährung im Trainingsalltag und im Wettkampf von Ausdauersportlern. Als Leiterin der Abteilung Ernährung des Lesitungszentrums IQ Athletik in Frankfurt sind in Ihrem Kundenstamm bereits zahlreiche Erfolgsgeschichten von Podestplätzen bei Marathons, Ironmansiegen bis hin zu Podestplätzen bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii vertreten.
Neben der wissenschaftlichen Expertise ist Katrin selbst begeisterte Läuferin und Triathletin und weiß aus erster Hand, worauf es im Trainingsalltag und am Wettkampftag ankommt.
Unter www.erfolgreich-essen.de und www.iq-athletik.de ist das breite Leistungsspektrum rund um die optimale und individuelle Ernährung zu finden. Insbesondere bei Vorerkrankungen oder immer wiederkehrenden Magen- und Darmproblemen im Trainings- und Wettkampfgeschehen ist Katrin die ideale Ansprechpartnerin und weiß genau, an welchen Stellschrauben sie drehen muss, damit Sport und Ernährung im Einklang zueinander stattfinden können

Dr. Katrin Stücher (Foto: JFQPhotos)

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