19. September 2025 | Running-News

Sabastian Sawe jagt Eliud Kipchoges Streckenrekord in Berlin

Kenias neuester Marathon-Shooting-Star läuft am Sonntag erstmals den BMW BERLIN-MARATHON: Sabastian Sawe hat seine ersten zwei Rennen über die 42,195 km eindrucksvoll gewonnen und will nun am Sonntag den nächsten Schritt machen. Er geht als großer Favorit an den Start, trifft aber auf starke Konkurrenz. Darunter ist der äthiopische Titelverteidiger Milkesa Mengesha. Gleich zehn Läufer mit persönlichen Bestzeiten von unter 2:05:00 Stunden stehen auf der Startliste – eine derartige Breite in der Spitze hatte der BMW BERLIN-MARATHON noch nie.

 

Mit über 55.000 Anmeldungen aus 160 Nationen zählt der 51. BMW BERLIN-MARATHON zu den größten Rennen der Welt über die klassische Distanz.

 

Kann Sabastian Sawe in Berlin in die großen Fußstapfen von Eliud Kipchoge treten und wie schnell kann er laufen? Fünfmal hat Kenias Laufsport-Legende Kipchoge den BMW BERLIN-MARATHON gewonnen und dabei zwei Weltrekorde aufgestellt: 2:01:39 lief er 2018 und 2:01:09 folgten 2022. Es ist dieser Streckenrekord von Eliud Kipchoge, den Sabastian Sawe am Sonntag angreifen möchte, sofern es nicht zu warm wird. Läuft er auf Kursbestzeit wäre auch der Weltrekord von 2:00:35 nicht mehr so weit entfernt.

 

„Ich bin in guter Form. Berlin hat die schnellste Strecke, daher will ich hier schnell laufen“, sagte der 30-jährige Sabastian Sawe, der im vergangenen Dezember in Valencia bei seinem Debüt 2:02:05 Stunden erreichte und auf Anhieb zum fünftschnellsten Läufer aller Zeiten wurde. Im April gewann Sawe auch den hochkarätigen London-Marathon und führt mit 2:02:27 erneut die Jahresweltbestenliste an. Auf den Straßen Berlins hat er sehr gute Erfahrungen gemacht: 2023 gewann Sabastian Sawe den GENERALI BERLINER HALBMARATHON. Sowohl sein italienischer Coach Claudio Berardelli als auch sein Manager Eric Lilot sagen, dass Sabastian Sawe in außergewöhnlich guter Form ist. Was am Sonntag in Berlin möglich ist, wird auch vom Wetter abhängen.

 

Vor einem Jahr feierte Milkesa Mengesha beim 50. BMW BERLIN-MARATHON den größten Triumph seiner Karriere. Der Äthiopier gewann das Jubiläumsrennen überraschend und steigerte sich auf hochklassigen 2:03:17. Nun kehrt Milkesa Mengesha zurück. „Ich bin besser vorbereitet als vor einem Jahr und hoffe schneller zu rennen“, sagte der 25-Jährige. Gabriel Geay ist mit seinem tansanischen Landesrekord von 2:03:00 der zweitschnellste Läufer auf der Startliste. „Ich bin froh, dass ich die Chance habe, in Berlin starten zu können. Ich denke, ich kann eine persönliche Bestzeit laufen“, sagte Gabriel Geay. Seinen eigenen Landesrekord von 2:04:56 will auch der Japaner Kengo Suzuki angreifen.

 

Mit Weltklasse-Zeiten wollen die Veranstalter des BMW BERLIN-MARATHON ihre Position als schnellster Marathon der Welt verteidigen. Um diese Rangfolge zu ermitteln, wird der Durchschnitt der schnellsten zehn je bei einem Rennen gelaufenen Zeiten ermittelt. Der BMW BERLIN-MARATHON kommt hier zurzeit auf einen Wert von 2:02:33,8 Stunden. Schon seit 2006, also knapp 20 Jahre, führt Berlin diese Liste an.

 

Pfeiffer, Hendel, Welday peilen Zeit unter 2:07:00 an

 

In Topform kommt Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) zum BMW BERLIN-MARATHON. Der 32-jährige lief in den letzten zwei Monaten zwei persönliche Bestzeiten: Zunächst gewann er die adidas runners City Night über 10 km mit 28:27 Minuten, dann erreichte er beim Halbmarathon im Nordirischen Larne 61:28. „Die Vorbereitung lief super, zum ersten Mal überhaupt hat alles gepasst. Meine Form ist so gut wie noch nie. Das Ziel ist eine Zeit unter 2:07:00 zu erreichen“, sagte Hendrik Pfeiffer, der mit seiner Marathon-PB von 2:07:14 der viertschnellste deutsche Läufer aller Zeiten ist.

 

Sebastian Hendel (Marathon Team Berlin) hatte vor einem Jahr beim BMW BERLIN-MARATHON als bester deutscher Läufer überrascht und sich dabei auf 2:07:33 verbessert. „Ich  konnte im Sommer gut trainieren. Es hängt natürlich ein bisschen vom Wetter ab, aber ich bin optimistisch bezüglich einer persönlichen Bestzeit und möchte unter 2:07:00 laufen“, sagte der 29-Jährige, der derzeit der fünftschnellste deutsche Marathonläufer aller Zeiten ist.

 

Eine gute Rolle spielen können auch Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck) und Johannes Motschmann (Marathon Team Berlin) die mit Bestzeiten von 2:08:24 beziehungsweise 2:10:39 ins Rennen gehen. „Ich bin gut vorbereitet, hoffe auf ein gleichmäßiges Rennen und auf eine Zielzeit von unter 2:07:00“, sagte Haftom Welday.

 

Das Männer-Elitefeld:

 

Sabastian Sawe                  KEN   2:02:05          1. Valencia 24

Gabriel Geay                                    TAN    2:03:00           2. Valencia 22

Milkesa Mengesha              ETH    2:03:17          1. Berlin 24

Haymanot Alew                   ETH    2:03:31          3. Berlin 24

Guye Adola                          ETH    2:03:46          2. Berlin 17

Leul Gebresilase                 ETH    2:04:02          2. Dubai 18

Daniel Mateiko                     KEN   2:04:24          3. Valencia 24

Haftu Teklu                           ETH    2:04:42          5. Berlin 23

Chimdessa Debele             ETH    2:04:44          6. Valencia 24

Kengo Suzuki                      JPN    2:04:56          1. Otsu 21

Chala Regasa                      ETH    2:05:06          2. Rotterdam 25

Samwel Mailu                      KEN   2:05:08          1. Wien 23

Yihunilign Adane                 ETH    2:05:37          1. Osaka 25

Tariku Novales                     ESP    2:05:48          11. Valencia 23

Kyohei Hosoya                    JPN    2:05:58          4. Osaka 25

Yuhei Urano                         JPN    2:06:23          13. Tokyo 25

Shuho Dairokuno                JPN    2:07:12          6. Otsu 21

Hendrik Pfeiffer                   GER   2:07:14          3. Houston 24

Ezra Tanui                            KEN   2:07:28          1. Doha 25

Bernard Kimani                   KEN   2:07:28          10. Osaka

Hassan Chahdi                   FRA    2:07:30          5. London 24

Akira Akasaki                       JPN    2:07:32          6. Paris OG 24

Sebastian Hendel               GER   2:07:33          17. Berlin 24

Shin Kimura                         JPN    2:07:34          11. Tokyo 20

Robert Ngeno                      KEN   2:07:35          1. Rom 25

Hicham Amghar                   MAR   2:07:45          4. Dongying 24

Haftom Welday                    GER   2:08:24          30. Valencia 23

Ken Nakayama                    JPN    2:08:24          20. Tokyo 25

Taiyo Iwasaki                                   JPN    2:08:25           20. Osaka 25

Aoi Ota                                  JPN    2:08:31          2. Gold Coast 25

Tachlowini Gabriyesos       ART    2:09:00          19. Sevilla 23

Gao Peng                             CHN   2:09:34          8. Peking 23

Jin Yuasa                              JPN    2:09:43          1. Nobeoka

Paulo Paula                         BRA   2:09:51          19. Sevilla 22

George James                     GBR   2:10:02          5. Leuven 25

Peter Herzog                                    AUT    2:10:06           12. London 20

Wang Wenjie                                   CHN   2:10:23           5. Peking 24

Johannes Motschmann     GER   2:10:39          9. London 24

Lemawork Ketema              AUT    2:10:44          11. Vienna 19

 

Text: Jörg Wenig

Fotos: Sailer / photorun.net

Sabastian Sawe ist der große Favorit in Berlin. Können ihn Titelverteidiger Milkesa Mengesha und Gabriel Geay herausfordern? Foto: Sailer / photorun.net