18. März 2026 | Running-News

Foyten Tesfay läuft sensationelles Marathon-Debüt in Barcelona, Bestzeit für Haftom Welday

Foyten Tesfay wurde in Barcelona mit einem unglaublichen Marathon-Debüt auf Anhieb zur zweitschnellsten Läuferin aller Zeiten über die 42,195-km-Distanz. Die 28-jährige Äthiopierin stürmte zu einer Traumzeit von 2:10:51 Stunden und hatte einen Vorsprung von fast acht Minuten – das sind über zwei Kilometer. Schneller war bisher lediglich Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago mit 2:09:56 die erste Frauen-Zeit unter 2:10:00 erreicht hatte. Die Kenianerin wurde aber zu einem späteren Zeitpunkt positiv getestet und inzwischen mit einer mehrjährigen Dopingsperre belegt. Auf Platz drei in der Alltime-Liste steht die Äthiopierin Tigst Assefa, die 2023 in Berlin mit einer Weltrekordzeit von 2:11:53 triumphiert hatte.

 

Das Rennen der Männer gewann in Barcelona der Kenianer Abel Chelangat mit 2:04:56 Stunden vor seinen Landsleuten Patrick Mosin (2:04:59) und Jonathan Korir (2:05:27). Auf Platz elf erreichte Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck) mit 2:08:13 eine persönliche Bestzeit. 2023 war der 36-Jährige in Valencia 2:08:24 gelaufen. Mit dem neuen persönlichen Rekord schob er sich in der Liste der schnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten um einen Platz auf Rang sieben nach vorne. Wie schon mehrmals in der Vergangenheit schlug Haftom Welday ein sehr hohes Tempo ein. Er erreichte den Halbmarathon-Punkt nach 62:25 Minuten, konnte das Tempo aber im Verlauf nicht halten.

 

Mit einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 65:02 Minuten bewegte sich Foyten Tesfay bereits im Bereich des Weltrekordes. Wie der Zeitmessungs-Experte Helmut Winter aus Barcelona berichtete, lagen ihre Zwischenzeiten dann sogar unterhalb der Weltrekordzeit von Ruth Chepngetich. Den 5-km-Abschnitt zwischen 20 und 25 km lief Foyten Tesfay in famosen 15:10 Minuten (2:08:00-Marathon-Tempo!), bei Kilometer 30 deutete ihre Zwischenzeit von 1:32:00 auf eine Zielzeit von 2:09:24 hin. Danach wurde sie allerdings etwas langsamer, so dass es im ersten Versuch noch nicht zu einer Zeit von unter 2:10:00 reichte. Mit einer äthiopischen Rekordzeit von 2:10:51 setzte sich Foyten Tesfay an die Spitze der Jahresweltbestenliste und zeigte, dass sogar der Weltrekord erreichbar ist. Hinter ihr belegten Joan Kiplimo (Kenia/2:18:40), Zeineba Yimer (2:18:47) und Chaltu Chimdesa (beide Äthiopien/2:23:30) die Plätze zwei bis vier.

 

Dass Foyten Tesfay das Potenzial haben würde, im Marathon in die Weltspitze vorzustoßen, war offensichtlich. 2024 steigerte sie sich im Halbmarathon in Valencia auf 63:21. Damit ist die Äthiopierin die drittschnellste Läuferin aller Zeiten über diese Distanz. Die Trainingspartnerin der Olympia- und WM-Zweiten Tigst Assefa versuchte dann in Berlin 2025 den Halbmarathon-Weltrekord zu brechen. Doch starker Wind und kalte Temperaturen machten den Rekordversuch zunichte. Sie gewann vor einem Jahr das Rennen in der Streckenrekordzeit von 63:35.

 

Die schnellsten zehn Marathonzeiten der Frauen

 

2:09:56         Ruth Chepngetich   KEN             Chicago        13.10.2024

2:10:51         Fotyen Tesfay        ETH             Barcelona     15.3.2026

2:11:53         Tigst Assefa           ETH             Berlin           24.9.2023

2:13:44         Sifan Hassan                    NED             Chicago        8.10.2023

2:14:00         Joyciline Jepkosgei KEN             Valencia       7.12.2025

2:14:04         Brigid Kosgei                    KEN             Chicago        13.10.2019

2:14:18         Ruth Chepngetich  KEN             Chicago        9.10.2022

2:14:43         Peres Jepchirchir    KEN             Valencia       7.12.2025

2:14:57         Hawi Feysa            ETH             Chicago        12.10.2025

2:14:58         Amane Shankule    ETH             Valencia       4.12.2022

 

Text: Jörg Wenig

Foto: SCC EVENTS / Petko Beier

Foyten Tesfay, hier bei ihrem Sieg beim Generali Berliner Halbmarathon 2025, lief in Barcelona ein sensationelles Marathon-Debüt. Foto: SCC EVENTS / Petko Beier