16. Juni 2026 | AllgemeinRunning-News

Tigst Assefa will sich in Berlin den Marathon-Weltrekord zurückholen, Esther Pfeiffer startet

Äthiopiens Olympia-Zweite Tigst Assefa wird am 27. September zum Berlin-Marathon zurückkehren und will sich auf der schnellen Strecke den Weltrekord zurückholen. Während Kenias Vorjahrssiegerin Rosemary Wanjiru versuchen wird, ihren Titel zu verteidigen, hat mit Amane Beriso eine weitere äthiopische Weltklasseläuferin ihre Startzusagen für den größten und spektakulärsten deutschen Marathon gegeben. Zudem kündigten die Veranstalter an, dass Esther Pfeiffer am 27. September starten wird. Wie bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, wird Marathon-Superstar Sabastian Sawe als Titelverteidiger laufen. Der Kenianer hatte den Weltrekord in London im April auf 1:59:30 verbessert und durchbrach als erster Läufer in einem Rekord-konformen Rennen die Zwei-Stunden-Barriere.

 

„Der BMW Berlin-Marathon verspricht einmal mehr eine Veranstaltung der Superlative zu werden. Wir freuen uns über das hochklassige Elitefeld, das mit Athletinnen wie Tigst Assefa, Amane Beriso und der Titelverteidigerin Rosemary Wanjiru ein packendes Rennen verspricht. Auch aus deutscher Sicht ist bei Esther Pfeiffer eine spannende Leistungsentwicklung zu erwarten. Berlin bleibt damit eine Bühne für Rekorde, Emotionen und herausragende sportliche Geschichten“, sagte Race-Direktor Mark Milde.

 

Die frühere Mittelstreckenläuferin Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon bereits zweimal gewonnen und dabei jeweils für Furore gesorgt: 2022 verbesserte sich die Äthiopierin um fast 20 Minuten auf 2:15:37 Stunden, ein Jahr später brach sie den Weltrekord und trieb die Marke mit 2:11:53 Stunden in neue Dimensionen. Die 29-jährige Marathon-Olympia-Zweite von Paris 2024, die 2025 auch bei der WM Silber gewann, ist die aktuelle Weltrekordlerin für reine Frauen-Rennen (ohne männliche Tempomacher). Tigst Assefa brach den Rekord zunächst 2025 in London mit 2:15:50 und verbesserte die Marke dann in diesem Frühjahr bei ihrer erfolgreichen Titelverteidigung in London auf 2:15:41. Ursprünglich wollte Tigst Assefa bereits im vergangenen Jahr wieder auf der superschnellen Strecke des Berlin-Marathons laufen, doch sie musste dann bei den Weltmeisterschaften für Äthiopien antreten. Nun will sie die schnelle Strecke nutzen, um sich den Weltrekord zurückzuholen, der inzwischen bei 2:09:56 Stunden steht.

 

„Ich freue mich sehr, dass ich drei Jahre nach meinem Weltrekordrennen 2023 die Chance habe, wieder in Berlin zu starten und danke den Veranstaltern, dass sie dies möglich gemacht haben. Es  wird wieder mein Ziel sein, den Weltrekord zu brechen. Ich hoffe, dass mich die Zuschauer antreiben werden“, sagte Tigst Assefa.

 

Amane Beriso ist eine weitere absolute Weltklasseläuferin aus Äthiopien, die in Addis Abeba auch eine Trainingspartnerin von Tigst Assefa ist. Die 34-Jährige sorgte beim Valencia-Marathon 2022 für Furore, als sie lange Zeit auf Weltrekordkurs lag und dann am Ende mit 2:14:58 Stunden die zum damaligen Zeitpunkt drittschnellste je gelaufene Zeit erreichte. Nach diesem Sieg gewann sie ein Jahr später auch den WM-Marathon in einem Hitzerennen in Budapest. Nach Verletzungsproblemen möchte sich Amane Beriso nun in Berlin zurückmelden.

 

Mit Rosemary Wanjiru wird am 27. September die Titelverteidigerin beim Berlin-Marathon an den Start gehen. Die 31-jährige Kenianerin war bereits 2022 ein sehr starkes Rennen in Berlin gelaufen. Damals wurde sie in ihrem Debüt auf Anhieb Zweite mit 2:18:00. Ein halbes Jahr später gewann Rosemary Wanjiru den Tokio-Marathon. 2025 kehrte sie zum Berlin-Marathon zurück und gewann das Hitzerennen trotz extremer Erschöpfung in 2:21:05. Die Kenianerin wird sicherlich versuchen, ihre Bestzeit von 2:16:14 auf der schnellen Berliner Strecke zu unterbieten.

 

Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) hat das Potenzial, in ihrem ersten ernsthaften Marathonrennen unter die Top-Fünf in der Liste der schnellsten deutschen Athletinnen aller Zeiten zu laufen. 2023 hatte die inzwischen 28-Jährige ihr Debüt in Köln praktisch konkurrenzlos mit 2:37:00 gewonnen. Seitdem ist sie über die 42,195 km nicht mehr gelaufen. Die Ehefrau des deutschen Top-Marathonläufers Hendrik Pfeiffer hatte sich im März beim Berliner Halbmarathon auf 67:25 Minuten verbessert und setzte damit ihre starke Entwicklung fort.

 

Text: Jörg Wenig

Foto: Victah Sailer

Tigst Assefa wird nach ihren spektakulären Siegen in den Jahren 2022 und 2023 wieder in Berlin starten. Foto: Victah Sailer