Jacob Kiplimo und Agnes Ngetich haben bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Tallahassee die Goldmedaillen gewonnen. Während die Kenianerin Ngetich das Rennen von Anfang an dominierte, gelang Kiplimo sogar ein „Hattrick“ – der Läufer aus Uganda siegte zum dritten Mal in Folge bei der Cross-WM. In der Geschichte dieser Titelkämpfe hatten einen solchen „Hattrick“ bisher nur die Kenianer John Ngugi und Paul Tergat sowie der Äthiopier Kenenisa Bekele erreicht. Bekele triumphierte sogar fünfmal in Folge (2002—2006) und gewann diese prestigeträchtige Goldmedaille insgesamt sechsmal.
Jacob Kiplimo hatte sich über die rund 10 km lange Strecke zunächst gar nicht in der Spitze des Feldes einsortiert sondern beobachtete das Geschehen von etwas weiter hinten. Auf dem vierten Kilometer schob sich der Titelverteidiger dann nach vorne und nach der Hälfte des Rennens übernahm er die Initiative an der Spitze. Einer nach dem anderen fiel zurück, doch eingangs der letzten Runde waren noch zwei Athleten direkt hinter Jacob Kiplimo: Kenias Halbmarathon-Vize-Weltmeister Daniel Ebenyo und der Äthiopier Berihu Aregawi, der im olympischen 10.000-m-Finale 2024 die Silbermedaille gewonnen hatte. Aber der 25-jährige Jacob Kiplimo, der sich inzwischen auf die Marathon-Distanz konzentriert und im Halbmarathon den Weltrekord hält (56:42), war zu stark für seine beiden Konkurrenten. Ohne große Mühe distanzierte er die zwei in der letzten Runde und gewann souverän in 28:18 Minuten vor Aregawi (28:36) und Ebenyo (28:45). Vierter wurde der Äthiopier Tadese Worku in 28:49 vor dem Kenianer Ishmael Kipkurui (28:53). Als bester Europäer lief Thierry Ndikumwenayo (Spanien), der aus Burundi stammt, auf einen starken achten Platz. Der Cross-Europameister war nach 29:16 im Ziel. Yann Schrub (Frankreich) war als Elfter in 29:22 zweitschnellster Europäer.
Bereits in der ersten Runde setzte sich im Rennen der Frauen Agnes Ngetich an die Spitze. Nur die Äthiopierinnen Senayet Getachew und Asayech Ayichew sowie Joy Cheptoyek (Uganda) konnten mit der Kenianerin Schritt halten. Der Abstand zur Gruppe der Verfolgerinnen vergrößerte sich ständig, weil Agnes Negtich das Tempo hoch hielt. Schon in Runde zwei setzte sie sich auch von ihren drei verbliebenen Konkurrentinnen ab. Die Kenianerin war eine Klasse für sich, während es für die Athletinnen hinter ihr nur noch um die Silber- und Bronzemedaillen ging.
Nachdem sie vor zwei Jahren bei der Cross-WM die Bronzemedaille gewonnen hatte, lief Agnes Ngetich in Florida nun zum bisher größten Sieg ihrer Karriere. In 31:28 Minuten triumphierte die 24-Jährige, die vor zwei Jahren in Valencia mit 28:46 Minuten den nach wie vor aktuellen Weltrekord über 10 km aufgestellt hatte. Es war bereits das zehnte Mal in Folge, dass eine Kenianerin Cross-Weltmeisterin wurde. Joy Cheptoyek sicherte sich die Silbermedaille in 32:10 vor Senayet Getachew (32:13) und Asayech Ayichew (Äthiopien/32:44). Die US-Amerikanerin Ednah Kurgat wurde Zehnte in 33:28. Schnellste Europäerin war über die rund 10 km lange Distanz die Spanierin Maria Forero, die als 14. nach 33:53 im Ziel war.
In einem Staffel-Rennen mit jeweils zwei Männern und zwei Frauen setzte sich über insgesamt rund 8 km das Team Australiens in 22:23 Minuten vor Frankreich (22:26) und Äthiopien (22:34) durch. Deutsche Läufer waren bei der Cross-WM nicht am Start.
Text: Jörg Wenig
Fotos: World Athletics/Sergio Mateo Maria
