Zwei Europarekorde und eine deutsche Bestzeit: Valencia hat ein weiteres Mal gezeigt, dass die spanische Stadt ein idealer Ort ist, um Rekorde zu brechen. Beim 10-km-Lauf am Sonntag stellten auf der flachen Strecke bei sehr guten Bedingungen Andreas Almgren (Schweden) und Eilish McColgan (Großbritannien) kontinentale Bestmarken auf während Mohamed Abdilaahi einen deutschen Rekord lief.
Im Rennen der Männer stürmte der Schwede Andreas Almgren zu einem Europarekord von 26:46 Minuten. Damit verbesserte der 30-jährige WM-Dritte über 10.000 m, der in Valencia im vergangenen Oktober bereits die kontinentale Bestzeit im Halbmarathon gebrochen hatte (58:41), seinen eigenen vor einem Jahr an gleicher Stelle aufgestellten Rekord um sieben Sekunden.
Andreas Almgren rückte in der Liste der schnellsten 10-km-Läufer aller Zeiten auf Platz sechs nach vorne. Den Weltrekord hält nach wie vor der Kenianer Rhonex Kipruto mit 26:24. Auch diese Zeit stammt aus Valencia (2020).
Hinter dem Schweden lief auch der zweitplatzierte Äthiopier Khairi Bejiga mit 26:52 eine Weltklassezeit. Dritter wurde Victor Kipruto (Kenia/27:18) vor Valentin Soca (Uruguay/27:22). Bereits auf Rang fünf lief Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) nach 27:23 ins Ziel. Damit hatte er den deutschen Rekord von Amanal Petros (Hannover 96), der vor zwei Jahren in Castellon (Spanien) 27:32 gelaufen war, um neun Sekunden unterboten. In seinem ersten Rennen seit dem WM-Marathon in Tokio im vergangenen August meldete sich Richard Ringer (LC Rehlingen) auf Platz 14 mit einer deutlichen persönlichen Bestzeit von 27:39 zurück (diese Zeit ist bei „World Athletics“ noch nicht offiziell und wird ggf. noch auf 27:40 korrigiert). Insgesamt liefen in Valencia gleich 35 Athleten unter 28:00 Minuten.
Im Rennen der Frauen triumphierte ein Youngster: Die erst 20-jährige Kenianerin Brenda Jepchirchir gewann in 29:26 und wurde damit zur fünftschnellsten Läuferin aller Zeiten. In der Liste der schnellsten zehn Athletinnen aller Zeiten ist sie die jüngste Läuferin. Zweite wurde die Äthiopierin Likina Amebaw mit 29:30 vor Clare Ndwia (Kenia/29:50). Auch die viertplatzierte
Wede Kefale (Äthiopien) lief mit 29:56 noch unter 30 Minuten. Als Achte verbesserte die Britin Eilish McColgan mit 30:09 den gerade erst eine Woche alten Europarekord um eine Sekunde. Die Belgierin Jana van Lent war in Lille 30:10 gelaufen. Eine starke persönliche Bestzeit erreichte Lisa Merkel (LAV Stadtwerke Tübingen), die als 15. nach 31:10 (Zeit noch nicht offiziell) im Ziel war und damit zur drittschnellsten deutschen Läuferin über diese Distanz wurde.
Schnelle Halbmarathon-Zeit in Houston
Beim Houston-Halbmarathon und -Marathon gab es die hochklassigsten Leistungen über die „halbe Distanz“ bei den Frauen. Die Äthiopierin Fentaye Belayneh gewann in 64:49 Minuten vor ihrer Landsfrau Tsigie Gebreselama, die nach 64:52 im Ziel war. Im Rennen der Männer setzte sich Habtom Samuel (Eritrea) mit 59:01 durch. Im Marathon siegten Zouhair Talbi (USA) und Calli Hauger-Thackery (Großbritannien) mit 2:05:45 beziehungsweise 2:24:17 Stunden.
Text: Jörg Wenig
Foto: Victah Sailer
