So buchstabiert man Legende: M-a-r-k K-i-p-t-o-o.
Der Sieger des Mainova Frankfurt Marathon 2014 kehrt mit einer besonderen Mission zurück. Als mittlerweile 50-jähriger Läufer will er die seit 1991 bestehende Weltbestleistung in dieser Altersklasse von 2:19:29 Stunden unterbieten. Der Südafrikaner Titus Mamabolo hält diese Marke.
„Ich möchte Menschen dazu inspirieren, nicht aufzugeben und sich um ihren Körper zu kümmern. Es geht nicht um die Zahl der Jahre – ich bin der Beweis dafür“, sagt Kiptoo. Erst Anfang des Monats demonstrierte er mit seinem Sieg beim Halbmarathon in San Sebastián seine beeindruckende Verfassung. Mit 63:57 Minuten unterbot er die M50-Weltbestleistung über diese Distanz. Nun will er auch im Marathon eine globale Bestmarke aufstellen.
Geboren am 21. Juni 1976, blickt Mark Kiptoo auf eine erfolgreiche Laufkarriere von 1.500 Metern bis zum Marathon zurück. Sein erstes Rennen absolvierte er erst mit 28 Jahren, im Jahr 2004. Damals ließ er sich als Angehöriger der kenianischen Air Force zur Teilnahme an einem Wettkampf überreden. Zu seinen Erfolgen zählen der siebte Platz bei der Crosslauf-WM 2009 und der Titel des Afrikameisters 2012 über 5.000 Meter. Mit Bestzeiten von 26:54,64 Minuten über 10.000 Meter und 12:53,46 Minuten über 5.000 Meter gehörte er zur Weltklasse der Bahnleichtathletik.
Mit 37 Jahren wagte er den Schritt zum Marathon. Hier beginnt seine Frankfurt-Story. 2013 gelang ihm mit 2:06:16 Stunden ein sensationelles Debüt. Er belegte den zweiten Platz und musste sich in einem packenden Duell dem Sieger Vincent Kipruto um nur eine Sekunde geschlagen geben. Ein Jahr später feierte Kiptoo selbst den großen Triumph und gewann in 2:06:49 Stunden. 2018 kehrte er zurück und wurde als 42-Jähriger Sechster. Mit 2:07:50 Stunden war er der erste über 40-jährige Läufer, der im Marathon die Grenze von 2:08 Stunden unterbot. „Ich habe großartige Erinnerungen an Frankfurt. Es gab immer fantastische Unterstützung, und der Zieleinlauf ist unvergleichlich!“
Die Corona-Pandemie unterbrach seine sportlichen Ambitionen. Zusammen mit Problemen an der Achillessehne führte sie dazu, dass er ein Jahr lang kaum trainieren konnte. „Danach habe ich wieder angefangen und gemerkt, dass mein Körper gut reagiert und ich immer noch die Fähigkeit für Wettkämpfe habe“, sagt er.
Längst könnte er es sportlich ruhiger angehen lassen. Doch danach steht ihm nicht der Sinn. „Ich will weiterlaufen, solange mein Körper es zulässt“, erklärte er bereits nach seiner M40-Weltbestleistung.
