23. Februar 2026 | Running-News

Europarekorde fallen in Castellon, Streckenrekorde in Neapel und Osaka

Spaniens Straßen bieten in den Wintermonaten ideale Bedingungen für Rekordversuche im Straßenlauf. Das bestätigte sich am Sonntag einmal mehr beim 10-km-Rennen in Castellon. Gleich beide Europarekorde wurden gebrochen, und die Sieger erzielten absolute Weltklassezeiten. Dabei gelang dem erst 20-jährigen Harbert Kibet eine große Überraschung: Der Läufer aus Uganda rannte sein Debüt über die 10-km-Distanz und triumphierte in 26:39 Minuten. Dies ist die sechstschnellste je gelaufene Zeit und eine Jahresweltbestzeit. Der Weltrekord des Kenianers Rhonex Kipruto steht bei 26:24.

 

Als Zweiter brach der Franzose Yann Schrub mit 26:43 den Europarekord, den Andreas Almgren erst vor gut einem Monat in Valencia mit 26:45 aufgestellt hatte. Der Schwede wurde in Castellon Dritter mit 26:45 und stellte damit seinen Landesrekord ein. Auch der viertplatzierte Silas Senchura (Kenia) blieb mit 26:58 noch unter 27:00 Minuten.

 

Schnellste Frau war die 29-jährige Kenianerin Caroline Gitonga, die sich um über eine Minute verbesserte und nach 29:34 im Ziel war. Dies ist die zwölftschnellste je gelaufene Zeit. Nelvin Jepkemoi (Kenia) und Chaltu Dida (Äthiopien) folgten auf den Plätzen zwei und drei mit 29:45 beziehungsweise 29:50. Als Vierte überraschte die Britin Megan Keith mit einem Europarekord von 30:07 Minuten. Die 23-jährige Cross-WM-Zweite des vergangenen Jahres verbesserte damit die Bestzeit von Eilish McColgan (Großbritannien) um eine Sekunde. Es war bereits das dritte Mal seit Jahresbeginn, dass dieser Europarekord gebrochen wurde. Am 4. Januar war die Belgierin Jana van Lent in Nizza 30:10 gelaufen, dann erreichte McColgan eine Woche später in Valencia 30:08. Eilish McColgan war am Sonntag in Castellon Sechste mit 30:36, Jana van Lent wurde Achte in 30:50.

 

Beim Neapel-Halbmarathon sorgte Yemaneberhan Crippa für das Highlight. Der italienische Halbmarathon-Europameister von Rom 2024 gewann das Rennen mit einem Streckenrekord von 59:01 und verbesserte damit seinen Landesrekord um 25 Sekunden. Crippa ist nun der zweitschnellste europäische Halbmarathonläufer aller Zeiten hinter Andreas Almgren (58:41). Der Italiener gewann mit deutlichem Vorsprung vor den Kenianern Andrea Kiptoo (59:27) und Owen Korir (59:42). Schnellste Frau war in Neapel die Kenianerin Lucy Ndambuk, die in 68:48 vor Nelly Jeptoo (Kenia/69:26) und Susanna Saapunki (Finnland/70:35) gewann.

 

Beide Streckenrekorde fielen beim Osaka-Marathon. Ibrahim Hassan (Dschibuti) siegte mit 2:05:20 und verbesserte zugleich seinen eigenen Landesrekord. Zweiter wurde Yihunilign Adane (Äthiopien/2:05:33), Platz drei belegte Ezra Tanui (Kenia/2:05:55). Bei den Frauen setzte sich die Weltmeisterin von 2015 und Olympia-Dritte von 2016, Mare Dibaba, durch. Die 36-jährige Äthiopierin gewann in 2:21:44 vor Esther Chemtai (Kenia/2:22:04) und Rose Chelimo (Bahrain/2:22:52).

 

Text: Jörg Wenig

Fotos: Run Czech, Victah Sailer

Mare Dibaba siegte in Osaka mit einem Streckenrekord. Foto: Victah Sailer