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13. April 2019 | Running-News

Neun ehemalige Sieger kehren zum Boston-Marathon zurück, aber die Favoriten sind andere

Aufgrund seiner einmaligen Historie und den traditionell stark und besonders breit besetzten Elitefeldern gehört der Boston-Marathon zu den prestigeträchtigsten Straßenrennen der Welt. Am traditionellen Montags-Termin wird das Rennen in der nächsten Woche zum 123. Mal stattfinden. Die Strecke ist hügelig und schwer zu laufen, obwohl sie insgesamt etwas abfällt. Da es sich zudem um einen Punkt-zu-Punkt-Kurs handelt – das heißt, Start und Ziel liegen weit auseinander -, können die in Boston erzielten Zeiten nicht als offizielle Rekorde geführt werden.

 

Die Besonderheiten der Boston-Strecke sorgen allerdings immer wieder für dramatische Rennverläufe. Hinzu kommt das unberechenbare Wetter. Von Hitze bis Eiseskälte und starken Rücken- oder Gegenwinden ist alles möglich. Im vergangenen Jahr sorgte eiskalter Dauerregen dafür, dass das Gros der Favoriten nicht ins Ziel kam. Dafür gab es einen Sensationssieg des Japaners Yuki Kawauchi und einen Triumph der US-Amerikanerin Desiree Linden.

 

Beide Titelverteidiger sind auch am Montag am Start. Dass sie erneut gewinnen können, ist so gut wie ausgeschlossen. Das Wetter ist zwar voraussichtlich wiederum nicht ideal, jedoch längst nicht so extrem wie 2018. Bei rund 16 Grad Celsius könnte es am Montag Gewitter geben. Neben den beiden Vorjahressiegern gehen im Vorort Hopkinton gleich sieben weitere ehemalige Boston-Sieger ins Rennen.

 

Bei den Männern sind neben Yuki Kawauchi vier Läufer dabei, die ebenfalls schon den Boston-Marathon, der zu den World Marathon Majors zählt, gewonnen haben: Wesley Korir (Kenia) siegte 2012, Lelisa Desisa gelangen sogar zwei Triumphe in Boston (2013 und 2015), Lemi Berhanu (beide Äthiopien) gewann 2016 und Geoffrey Kirui (Kenia) vor zwei Jahren.

 

Aktuell aber noch stärker einzuschätzen als die Ex-Champions sind vier andere Athleten: Lawrence Cherono hat zweimal in Folge den Amsterdam-Marathon gewonnen und stellte dort zuletzt, im vergangenen Oktober, mit 2:04:06 Stunden den Streckenrekord auf. Er führt damit die Startliste knapp vor Sisay Lemma (Äthiopien/2:04:08) an. Solomon Deksisa (Äthiopien) lief ebenfalls schon unter 2:05 Stunden (2:04:40), und der Kenianer Kenneth Kipkemoi gewann 2018 den Rotterdam-Marathon mit 2:05:44.

 

Titelverteidigerin Desiree Linden muss sich unter anderen mit drei kenianischen Läuferinnen auseinandersetzen, die ebenfalls schon in Boston triumphiert haben: Edna Kiplagat, die auch zwei Marathon-WM-Titel gewonnen hat, siegte 2017, Caroline Rotich gewann 2015 und Sharon Cherop 2012.

 

Auch bei den Frauen spricht einiges dafür, dass die Siegerin keine Läuferin sein wird, die schon einmal in Boston gewonnen hat. Die schnellste Läuferin auf der Startliste ist die Äthiopierin Worknesh Degefa, die sich im Januar beim Dubai-Marathon auf die absolute Weltklassezeit von 2:17:41 verbesserte. Damit nahm sie keiner geringeren als Tirunesh Dibaba den äthiopischen Marathonrekord ab. Mit ihrer Landsfrau Meskerem Assefa ist zudem die aktuelle Frankfurt-Siegerin am Start. Sie gewann im vergangenen Oktober am Main mit der Streckenrekordzeit von 2:20:36. Zu beachten sind außerdem die Kenianerinnen Sally Kipyego und Betsy Saina. Für eine Überraschung sorgen könnte ihre Landsfrau Mary Wacera, die in Boston ihr Debüt laufen wird.

 

Die Favoriten und ihre Bestzeiten

 

Männer:

Lawrence Cherono                KEN    2:04:06

Sisay Lemma                         ETH    2:04:08

Lemi Berhanu                                    ETH    2:04:33

Solomon Deksisa                   ETH    2:04:40

Lelisa Desisa                          ETH    2:04:45

Kenneth Kipkemoi                  KEN    2:05:44

Felix Kandie                           KEN    2:06:03

Geoffrey Kirui                         KEN    2:06:27

Festus Talam                         KEN    2:06:13

Wesley Korir                           KEN    2:06:13

Philemon Rono                      KEN    2:06:52

Hiroto Inoue                           JPN     2:06:54

Benson Kipruto                      KEN    2:07:11

Ghirmay Ghebreslassie         ERI      2:07:46

Dathan Ritzenhein                 USA    2:07:47

Yuki Kawauchi                       JPN     2:08:14

Zersenay Tadese                   ERI      2:08:46

Abdi Abdirahman                   USA    2:08:56

Mohamed Reda El Aaraby    MAR   2:09:16

Hayato Sonoda                      JPN     2:09:34

 

Frauen:

Worknesh Degefa                  ETH    2:17:41

Aselefech Mergia                   ETH    2:19:31

Edna Kiplagat                                    KEN    2:19:50

Mare Dibaba                          ETH    2:19:52

Meskerem Assefa                  ETH    2:20:36

Jordan Hasay                                     USA    2:20:57

Belaynesh Oljira                     ETH    2:21:53

Sharon Cherop                       KEN    2:22:28

Desiree Linden                       USA    2:22:38

Marta Megra                           ETH    2:22:35

Betsy Saina                            KEN    2:22:56

Caroline Rotich                      KEN    2:23:22

Sara Hall                                USA    2:26:20

Eva Vrabcova                                    CZE    2:26:31

Sally Kipyego                         USA    2:28:01

Krista Duchene                      CAN    2:28:32

Alyson Dixon                          GBR    2:29:06

Lindsay Flanagan                  USA    2:29:25

Mary Wacera                          KEN    Debüt

 

Text: race-news-service.com

Foto: photorun.net

Yuki Kawauchi geht am Montag in Boston als Titelverteidiger an den Start. Zu den großen Favoriten zählen jedoch andere. Foto: www.photorun.net