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14. Februar 2020 | Marathon-News

Petra Wassiluk – EIN LEBEN FÜR DEN SPORT, eine Liebeserklärung an den Mainova Frankfurt Marathon

Aus der Organisatorin wird für 3:56:26 Stunden eine Teilnehmerin: Petra Wassiluk läuft „ihren“ Marathon

 

In 18 Jahren im Leben einer Frau kann viel passieren. Erst recht, wenn Sie eine Spitzenlangstreckenläuferin ist. Sie kann deutsche Meisterin werden, Olympiateilnehmerin, sie kann für ihren Sport leiden und kämpfen. Das alles hat Petra Wassiluk hinter sich. Eines ist geblieben: Sie liebt ihren Sport.

 

Und wer so empfindet, für den hat auch Symbolik einen Wert. Also musste Petra Wassiluk wiederkommen, sie musste nochmal durch ebendiese Frankfurter Straßen rennen, über die sie sich am 28. Oktober 2001 so gequält hatte. Damals war sie noch Profiläuferin und startete den ersten Marathonlauf ihrer Karriere, schlecht vorbereitet, aber selbstbewusst. Nach 2:32:59 Stunden kam sie ins Ziel, als viertbeste Frau, auf den letzten Kilometern war jeder Schritt eine Schinderei, so sehr schmerzte der Rücken.

 

18 Jahre später rennt Petra wieder ins Ziel des Mainova Frankfurt Marathon, und es ist alles anders. Sie hat sich diesen Lauf zum 50. Geburtstag geschenkt, weil so ein Termin immer eine Magie hat, und weil der Marathon ein wichtiger Teil ihres Lebens war und ist. Im Jahr 2002 beginnt sie als Praktikantin im Büro von Renndirektor Jo Schindler, ein Jahr danach ist sie bereits feste Kraft im Team. Sie hilft mit, die eingestaubte Veranstaltung zu dem Weltklasse-Rennen zu machen, die sie heute ist. Mit dem Zieleinlauf in die Festhalle als einzigartigem Spektakel.

 

Diesen Zieleinlauf erlebt Petra am 27. Oktober 2019 dann selbst. Nicht als stark beanspruchte Organisatorin, sondern als Läuferin und Begleiterin des ehemaligen Fußballprofis Thomas Zampach, den sie als Trainerin fitgemacht hat für die 42,195 Kilometer. Sie selbst ist komischerweise auch an ihrem zweiten Frankfurter Marathontag nach 18 Jahren nicht so fit wie erhofft, denn ein Muskelfaserriss wenige Wochen vor dem Rennen zwingt zur Laufpause. Also steht sie um 9:50 Uhr am Start und hat gerade einmal zehn Minuten vor Rennbeginn endlich Ruhe, sich auf das Rennen einzustimmen, für das sie bis jetzt als Organisatorin gearbeitet hat. Noch schnell ein paar Fotos mit Thomas Zampach – und dann fällt der Startschuss.

 

Dann erlebt sie zum ersten Mal, wie „ihr“ Rennen draußen wirkt, in der Frankfurter Innenstadt, in Sachsenhausen, in Höchst. Sie genießt die Stimmung auf jedem Meter, sie genießt, dass sie von vielen Menschen erkannt und gegrüßt wird – es ist der Geburtstagslauf, den sie sich erhofft hatte. Bis Kilometer 25. Ab dann hat nicht sie befürchtete muskuläre Probleme – sondern Thomas Zampach. Der erste Krampf zwingt ihn zur ersten Gehpause, weitere werden folgen. Petra wird nun zur Physiotherapeutin und Motivationskünstlerin, der Mann muss ja irgendwie ins Ziel. Die Kameras des Hessischen Rundfunks sind die gesamte Distanz live dabei. Die letzten Kilometer sind dann für beide nicht mehr ganz so schön wie zuvor, aber das bunt-laute Festhallenspektakel ist auch für das Tandem Wassiluk/Zampach wie ein Betäubungsmittel für geschundene Körper und Seelen. Nach 3:56:26 Stunden rennen beide über den Zielstrich, und weil das für sie so überwältigend ist und an diesem Tag so hart erarbeitet wurde, fließen ein paar Tränen.

 

Während Thomas Zampach die Füße hochlegen muss, hat Petra wenig Zeit für Entspannung, schließlich ist ihr Renntag mit ihrem Zieleinlauf noch nicht beendet. Aus der Läuferin Petra wird im Nu wieder die Organisatorin Petra. Es ist ein Geburtstag, wie ihn nicht viele Menschen erleben, ein Tag mit Freude und Leiden, aber auch mit einer Liebeserklärung ans Laufen.

 

Laufen ist ihr Leben bzw. bestimmt es seit mehr als 40 Jahren. Kaum einer anderen professionellen Sportlerin gelang es, Profession, Leidenschaft und Hingabe für das Laufen so zu verbinden wie es Petra Wassiluk in den vergangenen Jahrzehnten gelungen ist. Anlässlich ihres 50. Geburtstags entstand eine Biografie, in der Petra eindrucksvoll die Stationen ihrer Sportlerkarriere und ihren sportlichen Werdegang zeigt. Sehr persönlich beschreibt Petra Wassiluk, warum der Mainova Frankfurt Marathon neben dem Laufen ihre große Liebe ist und warum er in ihren Augen ein „must do“ für alle Straßenläufer ist.