24. Oktober 2025 | Marathon-NewsPresse-News

Shura Kitata: Der sanfte Frankfurt-Champion will erneut als Sieger jubeln

Shura Kitata spricht leise und zurückhaltend. Sein ruhiger Ton ändert sich und sein Gesicht hellt sich auf, wenn er über seine Kinder spricht: „Unsere zwei Mädchen gehen zur Schule und haben Spaß am Spielen und an der Bewegung. Unser Sohn ist vor sechs Monaten zur Welt gekommen“, erzählt der 29-Jährige Äthiopier, der in Addis Abeba lebt. Seine Ruhe verwandelt sich wiederum in kraftvolle Energie, sobald er für ein Rennen in die Carbonschuhe steigt. An diesem Sonntag will er genau diese Energie beim Mainova Frankfurt Marathon zeigen.

 

Favorit mit Frankfurt-Erfahrung

 

Der Frankfurt-Sieger von 2017 zählt auch bei der bevorstehenden Auflage des Klassikers am Main zu den Favoriten. Mit einer Bestzeit von 2:04:49 Stunden führt er die Elite-Meldeliste an. Die Konkurrenz ist stark und das Feld verspricht ein hochklassiges Rennen. Dennoch verfolgt der 29-Jährige das klare Ziel, in der Frankfurter Festhalle seinen zweiten Triumph zu feiern.

 

Ein Weltklasseläufer mit starken Erfolgen

 

„Der Sieg in Frankfurt hat mir damals enorm viel Selbstvertrauen gegeben“, erinnert sich Kitata, der in 2:05:50 Stunden erfolgreich war. Der ganz große Durchbruch gelang ihm drei Jahre später: Der Erfolg beim London Marathon 2020 machte ihn zu einem großen Namen der Szene. Podestplätze beim New-York-Marathon 2022 und 2023 bestätigten seine Klasse. Achillessehnenprobleme bremsten jedoch zunächst den weiteren Weg. Mit Rang elf in Boston 2024 und Rang neun in Doha 2025 in 2:08:38 Stunden blieb er zuletzt unter den Erwartungen. An seiner Zielsetzung für Frankfurt ändert das jedoch nichts: „Ich bin verletzungsfrei und in Topform. Meine Leistungsfähigkeit ist ähnlich hoch wie beim Sieg in London. Ich habe viele Monate hervorragend trainiert.“

 

Vom Schultalent zum Star

 

Shura Kitata stammt aus einer großen Familie mit vier Schwestern und drei Brüdern. Sein Talent fiel bereits in der Schule auf. „Meine Lehrer und meine Eltern unterstützten mich dabei, mehr zu trainieren und Läufer zu werden. Doch ich hätte niemals gedacht, einmal soweit zu kommen. Ich bin sehr glücklich darüber“, sagte er.

 

Fokus im Weltklasse-Team

 

Seine Vorbereitung absolviert er in einer Trainingsgruppe, in der mehrere Weltklasseathleten gemeinsam an ihren Zielen arbeiten. Dazu gehört auch Haftu Teklu, Sieger des Seoul Marathon 2024 in 2:05:37 Stunden und Fünfter in Berlin 2023 in 2:04:42 Stunden.

 

Während sich viele Athleten über die Witterung und den möglichen Wind am Rennsonntag Gedanken machen, lässt sich Shura Kitata nicht aus der Ruhe bringen: „Die Bedingungen spielen für mich keine Rolle. Ich bin bereit und gebe mein Bestes“, sagt er.

 

Frankfurt freut sich auf sein Comeback

 

Auch Renndirektor Jo Schindler freut sich sehr darüber, dass Shura Kitata zurück nach Frankfurt kommt und hier ein Comeback-Rennen machen will. „Vor dem Marathon 2017 haben wir lange mit ihm gesprochen, dass er sich zunächst in der ersten Gruppe halten und kein Solorennen wagen soll“, erinnert sich Schindler. „Er hat zugestimmt und mit einer starken zweiten Rennhälfte eine Spitzenzeit erzielt. Das könnte auch an diesem Sonntag sein Erfolgsrezept sein.“

Der Frankfurt-Sieger von 2017 kehrt zurück. Foto: Victah Sailer