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9. Oktober 2019 | Running-News

Wie schnell läuft Brigid Kosgei beim Chicago-Marathon?

Mit Mo Farah und Brigid Kosgei gehen am kommenden Sonntag beide Titelverteidiger beim Chicago-Marathon an den Start. Beide haben sich jeweils langfristig auf die Titelverteidigung vorbereitet. Trotzdem sind die Positionen innerhalb der starken Elitefelder unterschiedlich für die zwei Topstars. Der Brite Farah gehört zu einer Reihe von Favoriten im sehr offenen Männerrennen, die Kenianerin Kosgei dürfte dagegen kaum zu schlagen sein.

 

Immer wieder sorgten in Chicago in den letzten Jahren die Frauen für die hochklassigeren Siegzeiten. Das könnte auch am Sonntag der Fall sein, wenn sehr viel dafür spricht, dass Brigid Kosgei ihren Titel verteidigen wird. Vor einem Jahr triumphierte sie in 2:18:35 bei dem Rennen, dann gewann sie im Frühjahr in London mit einer weiteren Steigerung auf 2:18:20. Doch das, so scheint es, ist noch nicht das Ende der Fahnenstange für Brigid Kosgei. Denn die 25-Jährige lief vor kurzem den schnellsten Halbmarathon aller Zeiten. In Newcastle triumphierte sie in 64:28 Minuten. Damit lag sie 23 Sekunden unterhalb der Weltrekordzeit. Aber da die Strecke des Great North Run nicht rekord-konform ist (leicht abfallender Punkt-zu-Punkt-Kurs), heißt die Halbmarathon-Weltrekordlerin nicht Brigid Kosgei.

 

Das Rennen in Newcastle lässt aber für Chicago einiges erwarten. Es ist durchaus möglich, dass Brigid Kosgei am Sonntag den 17 Jahre alten Streckenrekord von Paula Radcliffe brechen kann. Die Britin gewann 2002 in Chicago mit 2:17:18 Stunden. Angesichts ihrer Halbmarathon-Bestleistung könnte sie sogar relativ dicht an den Weltrekord von Paula Radcliffe herankommen, der seit 2003 bei 2:15:25 steht. Die Jahresweltbestzeit von 2:17:08 Stunden hält die Dubai-Siegerin Ruth Chepngetich, der Afrika-Rekord von Mary Keitany (beide Kenia) steht bei 2:17:01.

 

Die US-Amerikanerin Jordon Hasay (Bestzeit: 2:20:57) und die Kenianerin Betsy Saina (2:22:56) sind gemessen an ihren Bestzeiten jene beiden Läuferinnen, die hinter Brigid Kosgei die besten Chancen haben. Mit Anke Esser (Ostbevern) geht auch eine deutsche Läuferin an den Start, die zum Elitefeld zählt. Ihre Bestzeit steht bisher bei 2:43:14. Für sie könnte es auf der schnellen Strecke darum gehen, eine Zeit unter 2:40 Stunden zu erreichen.

 

Eine Jagd auf den Streckenrekord könnte es auch bei den Männern geben. Diese Marke hält der frühere Weltrekordler Dennis Kimetto. Der Kenianer hatte 2013 mit 2:03:45 Stunden gewonnen. Zwei äthiopische Läufer gehen am Sonntag mit schnelleren Bestzeiten an den Start: Getaneh Molla, der im Januar den Dubai-Marathon in 2:03:34 gewonnen hatte, und Herpasa Negasa, der in Dubai hinter Molla mit 2:03:40 Zweiter war. Zu den Favoriten zählen auch zwei Kenianer: Lawrence Cherono (Bestzeit: 2:04:06), der vor einem Jahr in Amsterdam und im April in Boston siegte, sowie Bedan Karoki (2:06:48), dem man eine deutliche Steigerung zutrauen kann.

 

Mo Farah gewann das Rennen vor einem Jahr mit einer Europarekordzeit von 2:05:11 Stunden.

Um den Titel zu verteidigen, könnte eine weitere Bestzeit nötig sein. „Den Chicago-Marathon gewonnen zu haben, war ein ganz besonderer Moment für mich. Es war mein erster Marathonsieg und ein Europarekord“, sagte Mo Farah, der am Sonntag unter anderen auch auf seinen früheren Trainingspartner Galen Rupp (2:06:07) trifft. Der US-Amerikaner, der zum umstrittenen Nike Oregon Project (NOP) gehört und zuletzt vom seit kurzem gesperrten Trainer Alberto Salazar betreut wurde, hatte den Chicago-Marathon 2017 gewonnen.

 

Text: race-news-service.com

Foto: Bank of America Chicago Marathon

Brigid Kosgei könnte in Chicago den Streckenrekord von Paula Radcliffe sowie den Afrika-Rekord von Mary Keitany angreifen. Foto: Bank of America Chicago Marathon